37. dapo - Jahrestagung 2019 Psychoonkologie - BERÜHRTSEIN zwischen Nähe und Distanz

Referent(en)
Entnehmen Sie bitte dem Programm
Veranstaltungsort
dapo e.V.
Wilhelm-Kempf-Haus 1
65207 Wiesbaden
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Weitere Informationen
Sören Vitic, soeren.vitic@dapo-ev.de

37. dapo-Jahrestagung

Psychoonkologie – BERÜHRTSEIN zwischen Nähe und Distanz

Sehr geehrte dapo-Mitglieder, liebe KollegInnen,
der Vorstand der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Psychosoziale Onkologie e.V. – dapo – möchte mit dem diesjährigen Tagungsthema Psychoonkologie – Berührtsein zwischen Nähe und Distanz den Blick auf ein zentrales Thema in der Begleitung von an Krebs erkrankten Menschen und ihrer Angehörigen weiten: Wie gestaltet sich die Beziehung
zwischen den Betroffenen und den Begleitern? Welche Konsequenzen hat Berührtsein für die Beratung, welche für die therapeutische Beziehung? Wie geht es uns mit dem Leid des Gegenübers, das immer deutlich, manchmal kaum zu ertragen ist?
Ein wesentlicher Wirkfaktor in jeder Arbeit mit Klienten ist die Qualität der Beziehung. In der persönlichen Begegnung entscheidet sich der weitere Weg der Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten. Ist die Beziehung stabil? Kann ich mich auf die helfende Person verlassen? Kann ich ihr vertrauen? Wird sie mit mir den Weg gehen? Kann sie meine Ängste
und Erwartungen aushalten? Das alles sind Fragen, die bewusst oder unbewusst bei Hilfesuchenden und Hilfegebenden im Beziehungsangebot und -wunsch enthalten sind. Beziehung bedeutet Halt, aber auch Abhängigkeit, das Austarieren von Distanz und Nähe wird notwendig, wo Berührtsein Nähe bedingt oder bei eigenen Ängsten und Vorbehalten
Distanz generiert. Gerade in der verletzlichen Situation der Krebserkrankung, in der alle Betroffenen, aber auch ihre Begleiter auf existenzielle Fragen gestoßen werden, ist das Haltgeben, das Auffangen, das Aushalten, das Beschützen von zentraler Bedeutung. Betroffene sind in Krisensituationen angewiesen auf Hilfe durch Personen, die solchen Situationen gewachsen sind.

Die dapo möchte sich bei der kommenden Tagung intensiv um die Begleiter – uns selbst – kümmern: Helfende Personen im psychoonkologischen Setting brauchen ein Wissen um und ein Vertrauen in die eigenen Stärken, um Nähe geben und aushalten zu können, gleichzeitig ein Verständnis von den eigenen Schwächen und beiderseitigen Ängsten, um eigene Grenzen und die der Betroffenen durch ausreichende Distanz respektieren und schützen zu können. Es wird über schwierige Situationen zu sprechen sein – aber auch oft über gelungene. Im Austausch über unsere Erfahrungen mit den Aspekten des Tagungsthemas wollen wir das eigene Handeln ausreichend und professionell reflektieren, uns gegenseitig durch unser Unterschiedlichsein bereichern und unsere Fähigkeit, Nähe und Distanz dem Anlass unserer Arbeit angemessen zu regulieren, auch im Sinne von Selbstfürsorge steigern. Wenn wir uns stärken, hilft es den Begleiteten, und im Bewusstsein unserer Fähigkeiten bleiben wir gesund.

Wir freuen uns auf die Tagung der besonders intensiven Begegnungen!
Mit freundlichen Grüßen
Ihr dapo-Vorstand

Dr. Thomas Schopperth                             Christian Franzkoch

Dr. Andreas Werner                                    Anja Boin

Prof. Dr. Tanja C. Vollmer

 

 

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