Ovar-Sprechstunde
Charité Campus Virchow-Klinikum
Modernste Diagnostik- und ganzheitliche Behandlungsansätze für Frauen mit Eierstockkrebs, Bauchfellkrebs und Eileiterkrebs
Die bösartigen (malignen) Tumoren des Eierstocks machen etwa 25% aller weiblichen Genitaltumoren aus. Der Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) ist der 5. häufigste bösartige Tumor (Malignom) der europäischen Frau. In Deutschland erkranken jährlich ca. 8000 Frauen an einem Ovarialkarzinom. Im Vergleich hierzu erkranken ca. 45 000 Frauen an Brustkrebs. Wegen fehlender Vorsorge- und Frühererkennungsmöglichkeiten und fehlender Frühsymptome weisen mindestens 75% der Patientinnen zum Zeitpunkt ihrer Diagnose bereits ein fortgeschrittenes Tumorstadium aufweisen (FIGO III/IV). Die optimale Behandlung des Eierstockkrebs besteht aus einer Operation mit dem Ziel alles sichtbare Tumorgewebe zu entfernen, was Dank moderner Operationsverfahren bei einem grossen Teil der Patientinnen möglich ist und in einer Chemotherapie bestehend aus Carboplatin + Paclitaxel. Auf Basis verschiedener Studien, die vor allem in Deutschland initiiert wurden, konnten die Behandlungsergebnisse zum Eierstockkrebs in den letzten Jahren entscheidend verbessert werden. In aktuellen Studien der Charité wird aktuell an einer weiteren Optimierung der Behandluungsgergebnisse in der Erstsituation und auch bei Wideraufreten der Krebserkrankung (Rezidiv) intensiv gearbeitet. Hierbei stehen vor allem neue Chemothertapieregime und neue Immuntherapien im Fokus der aktuellen Forschung.
Die Frauenklinik Charité/ Campus Virchow-Klinikum hat auf Basis seiner hohen nationalen und internationalen Expertise eine spezialisierte Sprechstunde (OVAR-Sprechstunde) für Frauen mit Eierstockkrebs, Eileiterkrebs und Bauchfellkrebs etabliert um die hohen Anforderungen an ein optimales Management zu erfüllen. Schwerpunkt ist die individuell angepasste Diagnostik, Therapie und Nachsorge nach nationalen und internationalen Leitlinien und neuesten Studienergebnissen. Ausserdem bieten wir Ihnen gerne eine detaillierte Zweitmeinung zu Ihrer Behandlung an. Dies ist prinzipiell auch über jede(n) ärztliche(n) Kollegin bzw. Kollege (z.B. Hausarzt, Gynäkologe) auch über das Internet möglich (www.online-tumorkonferenz.de). Hierzu bitten wir Sie alle relevanten ältere und aktuelle Unterlagen, wie Operationsbericht, feingewebliche Untersuchungsgutachten, zum vereinbarten Termin mitzubringen. Für die Diagnostik (z.B. CT, MRT, PET, PET-CT) bei Verdacht auf Vorliegen eines Ovarialkarzinoms (oder Rezidiv) werden die Befunde von einem festen und ausgewiesenen Radiologenteam vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Die interdisziplinäre (multiviszerale) Chirurgie des Eierstockkrebses in der Erst (Primär)- und Zweit- (Rezidiv)-situation wird von einem festen Operationsteam durchgeführt, die Indikation zum operativen Vorgehen wird stets gemeinsam gestellt. Die anschließende Chemo- oder Immuntherapie von Patientinnen mit Ovarialkarzinom erfolgt vorzugsweise im Rahmen klinischer nationaler und internationaler Studien nach den neuesten Standards (Good-Clinical Practice). Die Therapie und Nachsorge lehnt sich an die Empfehlungen der Deutschen Krebsgesellschaft. Empfehlungen der Organkomisson Gynäkologische Onkologie (AGO) und der internationalen Arbeitsgruppe GCIG und verfolgt neben der Optimierung der Lebensqualität die Früherkennung des Widerauftreten der Erkrankung (Rezidiv). In den ersten 3 Jahren nach der Erstdiagnose werden die Patientinnen in Abständen von ca. 10 Wochen untersucht. Ausserdem bieten wir im Rahmen unserer Studienaktivitäten Bestimmungen von verschiedenen Tumormarkern im Blut.
Patientinnen-Hotline
... für den ersten Kontakt rund um die Uhr:
t:+49 30 450 664 666
Die Klinik ist Mitglied in:
- Berliner Krebsgesellschaft
- Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie (AGO)
- Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe
- Berliner Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe
- Nord-Ostdeutsche Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie (NOGGO)
- International Society of Gynecology Oncology
- European Society of Gynecologic Oncology (ESGO)
- American Society of Clinical Oncology (ASCO)
- Gynecologic Cancer Intergroup (GCIG).
Die Universitätsfrauenklinik arbeitet eng mit einer Spezialistin für supportive Ernährung zusammen. Außerdem machen wir unsere Patientinnen auf das Angebot der Patienteninitiative Onkologisches Patientenseminar Berlin-Brandenburg e.V. aufmerksam.
Weitere Informationen zur Klinik unter: http://frauenklinik-cvk.charite.de/.
Das Angebot zu Studien wird kontinuierlich erweitert und aktualisiert, die jederzeit abgefragt werden können.
Internationale Tumorbank „Eierstockkrebs“ Grundpfeiler aller Untersuchungen stellt die „Tumor bank Ovarialkarzinom“ (TOC) dar. Die „Tumor bank Ovarian Cancer“ (TOC) wurde im September 2000 an der Charité, Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, Campus Virchow Klinikum, gegründet. Unser primäres Ziel ist es, die Qualität der translationalen Grundlagenforschung zu verbessern. Tumorgewebe, Aszites, Serum und Vollblut von Patientinnen, die zuvor ihr Einverständnis dazu gegen hatten, werden gesammelt. Um eine bessere und objektivere Beschreibung der Tumorausbreitung vornehmen zu können, haben wir ein System zur chirurgischen und histopathologischen Dokumentation entwickelt (IMO). Am 19. Januar 2004 wurde das internationale TOC-Netzwerk gegründet. Ein Scientific Board mit Forschern und Kliniken aus Greifswald, Aachen, Berlin, Bayreuth, Freiburg, Heidelberg, Köln, sowie Wien, Moldavien und Rumänien, wurde gebildet. Während der ersten beiden Jahre aktiven Arbeitens entwickelte sich TOC zur grössten Tumorbank für Ovarkarzinome in Europa, mit der Mission, Forschung auf dem Gebiet des Ovarialkarzinoms zu fördern, sowie die Kommunikation zwischen Klinikern und Forschern zu verbessern. Insgesamt acht Universitätskliniken und Forschungszentren aus dem In- und Ausland sind in unserem internationalen Projekt involviert.
Ziele der Tumorbank:
- Bündelung und Validitätssteigerung von Forschungsaktivitäten
- Begleitforschungsprojekte zu klinischen Studien
- Netzwerkbildung
- Wissenstransfer
- Instrument der Versorgungsforschung und Qualitätssicherung
Forschungsschwerpunkte:
- Untersuchung verschiedener molekularbiologisch und klinisch relevanter Faktoren (u.a. Zytokine, Chemoresistenzgene, Gen-Polymorphismen)
- TOC-1 Pathologisches alternatives Splicing in Ovarialkarzinomen
- TOC-2 Expressionsanalyse von putativen Prognosefaktoren beim Ovarialkarzinom (VEGF, EGF-R, IL-10, IL-6, PAI-1, u-PA, L1, MMP-2, MMP-9, ATP-TCA, Telomerasen). Translationales Forschungsprojekt zur randomisierten Phase II Studie: „Vergleich einer wöchentlichen versus dreiwöchentlichen Topotecangabe bei Patientinnen mit platinresistentem rezidivierten epithelialen Ovarialkarzinom“.
- TOC-3 Prädiktion des Erfolgs einer chirurgischen Intervention beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom durch Genexpressionsanalyse sowie Metabolomics.
Wann?
Mo-Do 08:00 - 15:00 Uhr
Fr 08:00 - 14:00 Uhr
Anmeldung jederzeit möglich!
Wo?
Europäisches Kompetenzzentrum für Eierstockkrebs (EKZE)
Charité Campus Virchow-Klinikum
Universitätsmedizin Berlin
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Gynäkologisch-onkologische Sprechstunden:
Ovarsprechstunde und gynäkologische Tumornachsorge
montags
Anmeldung unter t: +49 30450 664 124
Mammasprechstunde mit Tumornachsorge / ästhetische und rekonstruktive Mammachirurgie
dienstags
Anmeldung unter t: +49 30 450 664 124
Chemotherapie-Sprechstunde
chemo-gynaekologie(at)charite.de
täglich
Anmeldung unter t: +49 30 450 664 124
Spezialsprechstunde für gynäkologische Malignome (Prof. Dr. Sehouli)
nach Vereinbarung
Anmeldung unter t: +49 30 450 564 052
Konsiliarische Sprechstunde bei besonderen Fällen (Prof. Dr. Lichtenegger)
montags
Anmeldung unter t: +49 30 450 564 002
Zweitmeinung für onkologische Patientinnen
täglich
Leitung :
Direktor: Prof. Dr. med. J. Sehouli
Stellvertreterin: PD Dr. med. C. Fotopoulou
Voraussetzungen:
Überweisung an die Poliklinik (Tumornachsorge). Bitte alle krankheitsrelevanten Unterlagen mitbringen.
Service:
Die verantwortlichen Ärzte des Beratungsangebotes haben verschiedene Ratgeberbroschüren und Informationsmaterialien für Patientinnen und deren Angehörige zum Eierstockkrebs veröffentlicht.
1) Sehouli J, Lichtenegger W. Eierstockkrebs: 100 Fragen-100 Antworten. Eine Broschüre für Patientinnen und Angehörige Akademos Wissenschaftsverlag, Hamburg, 1. Auflage 2003 (ISBN3-934410-55-3).
2) Sehouli J, Lichtenegger W. Broschüre: Eierstockkrebs, Ratgeber für Patientinnen und Angehörige. Akademos Wissenschaftsverlag, Hamburg, 3. Auflage 2006 (ISBN3-934410-58-8).
Die Ratgeber und eine aktuelle Übersicht zu den Studien sind über unsere Klinik kostenlos anzufordern.
Letzte Änderung am Mittwoch, 8. Februar 2012 um 17:49:02 Uhr.